ToDo: Kontrolle
FAQ - Hamster und große E-Mails
Der Versand von E-Mail-Anhängen über den Hamster ist
standardmäßig nur bis zu Größen von rund 2 MB
möglich (genau 2097152 Bytes). Größere Mails rufen
eine Fehlermeldung sowie den Abbruch der Nachricht hervor.
Dieses Verhalten liegt darin begründet, dass der Hamster eine
Größenbeschränkung für E-Mails und News-Postings
beinhaltet. Diese Größenbeschränkung ist in der Datei
hamster.ini eingetragen, wobei
zwischen E-Mail und News generell sowie zwischen Senden und Empfangen
von E-Mails im Speziellen unterschieden wird. Es gilt für die
Einträge (in der Sektion [Setup])
folgendes:
Limit für die Zeilenlänge der lokal empfangenen
Artikel, getrennt nach Protokoll:
local.limit.linelen.nntp=1000
local.limit.linelen.pop3=1000
local.limit.linelen.smtp=1000
; (Für IMAP gibt es kein Zeilenlängenlimit.)
Limit für die Textgröße der lokal empfangenen
Artikel, getrennt nach Protokoll:
local.limit.textsize.nntp=2097152
local.limit.textsize.pop3=2097152
local.limit.textsize.imap=2097152
local.limit.textsize.smtp=2097152
Um also die Beschränkungen auszuhebeln, können die
Zahlen variiert werden; die Eingabe der 0 (Null) hebt die jeweilige
Beschränkung ganz auf.
Die Änderung der Einträge für die
Textgröße ist auch möglich über das Menü
Einstellungen → Lokale Server →
Reiter des jeweiligen Servers.
Vor dem Aufheben oder Ändern der Beschränkungen
sollte man sich jedoch über folgendes im Klaren sein:
- E-Mail-Anhänge werden speziell base64-kodiert,
wodurch sich ihre Größe um rund 1/3 aufbläht (Faktor
1,36). Somit wird z. B. eine 2 MiB große Datei im Anhang einer
E-Mail durch die Kodierung auf 2,72 MiB aufgebläht.
- Derart große E-Mails belasten Mailserver und
Datenleitungen, denn die Datei wird vom Versender über den SMTP-Server (meist des Providers) im
Internet sowie über einen oder mehrere Mailserver bis letztlich
zum POP3- oder IMAP-Server
(des Empfängers) und von dort zum Empfänger transportiert.
Damit wird einmal der SMTP-Server und einmal der POP3-Server
über Gebühr und Aufgabe belastet, was einer DoS-Attacke
(Denial-of-Service) gegenüber den Mailservern teilweise schon
sehr nahe kommt (wer möchte, kann ja mal eine 90-MB-E-Mail an
seinen Hamster schicken, während drei Leute versuchen, ihre
E-Mails abzuholen
). Bleibt die E-Mail auf dem Server, wie bei
IMAP meist üblich, aber auch bei POP3 möglich, so werden
bei jedem Aufruf dieser E-Mail größere Datenmengen durch
das Netz transportiert!
- Für die Übertragung solcher Datenmengen ist von
Haus aus ein FTP-Server prädestiniert (gerade dann, wenn so
etwas häufiger vorkommt); dessen Einrichtung sollte einem
Hamster-Administrator nicht schwer fallen. Kostenlose FTP-Server
für Windows sind erhältlich, z. B. Filezilla
Server (Open Source). Dateien können zusätzlich auch
komprimiert und dabei zur Sicherheit verschlüsselt werden. Dem
gewünschten Empfänger muss dann nur noch das Kennwort
bekanntgegeben werden.
- Auch der E-Mail-Client des Empfängers kann sich freuen,
denn: Eingehende E-Mails werden zuerst in der Inbox
gespeichert. Dort werden sie entweder vom Empfänger
gelöscht oder in einen anderen Ordner verschoben. Beide Aktionen
haben normalerweise zur Folge, dass zumindest im Ordner
Inbox noch die komplette E-Mail enthalten ist, sofern man
den Ordner nicht komprimiert. Somit liegen die aufgeblasene Datei in
Form des E-Mail-Anhangs sowie als gespeicherte Form (der
Empfänger wird die Datei ja wohl noch auf die Festplatte
auslagern) vor, was dann allein schon rund 200 MB herumliegende Daten
ausmacht. Wird die E-Mail verschoben und die Inbox nicht komprimiert,
liegen schon rund 300 MB auf der Platte (zweimal als Mail-Anhang,
einmal als Datei) auf der Festplatte. Dann löscht man vielleicht
die E-Mails auf dem Hamster nicht und schon liegt das ganze nochmal
in einer rund 120 MB großen Textdatei vor.
- Die Belastung des Arbeitsspeichers ist enorm, da die E-Mail
immer zweimal im Speicher liegt: Einmal durch den Hamster
(Abholen/Senden) sowie einmal beim E-Mail-Client. Bei
richtig großen E-Mails oder Systemen mit wenig
Arbeitsspeicher (64 MB ist in diesem Zusammenhang wenig) kann das
durchaus zum totalen System-Kill führen. Das FTP-Protokoll ist
in der Lage, bei Abbrüchen den bereits übertragenen Teil zu
sichern und bei einer neuen Verbindung nur den verbleibenden Rest
nachzuladen. Im Mailprotokoll gilt: Ganz oder gar nicht.