Wer den Hamster als Feeder benutzen möchte, sollte fortgeschrittene Kenntnisse über das NNTP-Protokoll und die Funktionsweise des Usenet besitzen. Ohne diese Kenntnis läuft man Gefahr, in Fettnäpfe zu treten. Und diese sind bei dieser Technologie zu Genüge vorhanden.
Wird der Hamster als Feeder verwendet oder sollen Artikel von einem anderen Server in den Hamster gefeedet werden, so sollte er ausschließlich für diesen Zweck verwendet werden. Die Verwendung von Tools zur Nachbearbeitung von Artikeln ist zu unterlassen. Um den Hamster als lokalen Feeder betreiben zu können, ist es erforderlich, dass für den Hamster ein eigener Domain-Namen verwendet wird. Der Rechnername gefolgt vom Domain-Namen (FQDN, z.B. hamster.deine-domain.example.net) ist im Menü Einstellungen → Lokale Server → Allgemeines → FQDN für spezielle Header, Peering etc. einzutragen. Des weiteren sind im Menü Einstellungen → Lokale Server → NNTP die Optionen Message-ID erzeugen, wenn noch keine vorhanden, Erzeugen oder ggf. Erweitern des Path-Headers (beide unter dem Reiter Header anpassen) und Neue Artikel direkt in die lokale Datenbank speichern (auch bekannt als local injection, unter dem Reiter Zusätzliche Einstellungen) zu aktivieren; die Option Erzeugen oder ggf. Erweitern des User-Agent-Headers ist zu deaktivieren. Die Aktivierung des zusätzlichen X-Trace:-Headers mit news.addxhtrace=X-Hamster-Trace (Bsp.) im Abschnitt [Setup] der hamster.ini ist zur Spambekämpfung zu empfehlen.
Warnung: Das Feeden von Artikeln ohne korrekten Path:-Header oder mit fehlendem oder defektem Message-ID:-Header führt zu schweren Störungen im Netz.
Um einem User das Feeden des Hamsters zu gestatten, ist unter Einstellungen → Benutzerverwaltung & Passworte die entsprechende Einstellung Benutzer darf News peeren des jeweiligen lokalen Benutzers oder der gesamten Benutzergruppe zu aktivieren. Mit der Option ihave.auth=0, ebenfalls im Abschnitt [Setup] der hamster.ini, kann die generelle Erlaubnis für alle User, mit dem Hamster zu peeren, erteilt werden (Achtung, Sicherheitsrisiko!). Der Hamster kann sowohl mit den NNTP-Befehlen IHAVE als auch mit TAKETHIS gefeedet werden. Der Hamster speichert im Regelfall am lokalen Server eingehende Artikel im Ausgang des News-Clienten (Verzeichnis News.Out) ab. Mit der Einstellung Nur als Feeder verwendet im Einstellungsdialog der jeweiligen Gruppe unter Einstellungen → News: Server, Gruppen & Ladeaufträge → Newsgruppen kann dieses jedoch unterbunden werden, so dass die Artikel nur lokal, durch das Aktivieren der oben schon erwähnten Option Neue Artikel direkt in die lokale Datenbank speichern, gespeichert werden. In diesem Fall werden die am lokalen Server eingehenden Artikel nicht mehr beim Provider gepostet und können den Hamster nur noch verlassen, wenn dieser selbst einen anderen Server feedet. Weiterhin ist es zu empfehlen, über das Limit für die Anzahl der Zeilen und Bytes eines Artikels in der hamster.ini nachzudenken. Hierzu sind die Variablen local.limit.linelen.nntp und local.limit.textsize.nntp im Abschnitt [Setup] einzustellen. Ein zu kleiner Wert kann Probleme mit binären Dateianhängen und großen Artikeln verursachen und ein zu großer Wert ermöglicht das Fluten Deines Servers mit Datenmüll.
Zum Feeden eines anderen Servers ist mit dem hs2-Befehl HamNewsJobsFeed ein entsprechender Job in die News-Queue einzustellen und mit dem Befehl HamNewsJobsStart die Abarbeitung der Job-Queue zu starten. Der zu feedende Server muss im Menü Einstellungen → News: Server, Gruppen & Ladeaufträge → Newsserver eingetragen sein. Gefeedet werden alle Artikel der über <group-select> ausgewählten Gruppe(n) in der Hamsterdatenbank. Es werden keine Artikel aus dem Verzeichnis News.out auf diese Art und Weise transportiert. Jeder Artikel wird dem Peer genau einmal mittels IHAVE-Befehl angeboten. Der Hamster merkt sich, welche Artikel er welchem Server angeboten hat.
Q: Welche Server darf ich mit HamNewsJobsFeed ansprechen?
A: Jeden RFC 977-konformen Server, der bereit ist, mit Dir zu peeren. Der Hamster unterstützt beim Peeren auch Original Authinfo, wie in RFC 2980 beschrieben. Du kannst selbstverständlich auch einen zweiten Hamster, z. B. Deinen Archiv-Hamster, als Peer verwenden.
Q: Brauche ich eine Standleitung?
A: Das hängt von den Anforderungen ab, welche Dein Peering-Partner an dich stellt. Einige Provider sind nicht in der Lage oder bereit, zeitversetzt zu feeden.
Q: Gibt es Testserver, die ich feeden kann, ohne das Netz zu belästigen?
A: Verwende einen zweiten Hamster oder setze selbst einen zweiten, auf anderer Software beruhenden Server zum Testen auf, wie die im professionellen Umfeld eingesetzten Diablo (http://www.openusenet.org/diablo/) oder INN (http://www.isc.org/software/inn). Achte darauf, dass der Testserver einen anderen Domain-Namen verwendet als der zu testende Server.
Q: Welche Provider sind bereit, meinen Hamster zu feeden?
A: Sprich mit Deinem lokalen Provider. Viele Provider stellen recht unterschiedliche Anforderungen an Peering-Partner. Meistens wird erwartet, dass Du eine feste IP-Adresse besitzt und eine Standleitung betreibst, da ein zeitversetztes Feeden durch sie nicht möglich ist.
Q: Gibt es Clean Feed oder andere Filtermöglichkeiten?
A: Bisher noch nicht. Aber Du darfst Dir gerne Gedanken machen, wie so etwas mit einem hs2-Skript zu erledigen ist.